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Der richtige Vermittler

Direktversicherer

Die Kunden werden in der Regel über entsprechend intensive Werbung angesprochen, der Verkauf erfolgt über telefonische oder schriftliche Beratung. Der Marktanteil ist in den vergangenen Jahren etwas gestiegen, wobei sich die in Deutschland tätigen Direktversicherer vor allem in den Sparten Auto- und Lebensversicherung etabliert haben.

Die Direktversicherer sind oft die billigeren Töchter teurer Gesellschaften.

Direktversicherer sind oft die billigeren Töchter grosser, teurer Versicherer, welche ihre Produkte ohne Einschaltung von Vermittlern vertreiben, um auch das Geschäft besonders preisbewusster Kunden "mitzunehmen".

Ingrid Herden in WeltWoche vom 30.03.2010 (Auszüge):

"Auch unter dem neuem Namen Ergo Direkt bleibt es beim alten Ritual: Vorstandschef Peter Endres und seine Kollegen zählen Monat für Monat die Trostpflaster, die sie an Kunden verteilen, bei denen die Schadensregulierung länger als versprochen dauert - in Form von verteilten 50-Euro-Scheinen".... "Bislang, unter dem alten Unternehmensnamen KarstadtQuelle, musste Endres im Monatsschnitt etwa zehn Kunden besänftigen."

"Auch Marktführer Allianz taufte seine Online-Tochter im vergangenen Herbst für teures Geld um, ... aus Allianz24 wurde Allsecur."

"... die Marktführerschaft des gesamten Allianz-Konzerns in der Autoversicherung wackelt: 2009 schrumpfte der blaue Riese um 300.000 Verträge auf noch 8,44 Millionen Fahrzeuge - bei nicht auskömmlichen Preisen. Die Allianz hat in der Kfz-Sparte für jeden eingenommenen Euro 1,10 Euro für Verwaltung und Schäden ausgegeben."

"Nach langem Zögern setzt noch ein weiterer Branchenriese auf den Trend zum konzernweiten Einheitslogo. Zurich kündigt gegenüber der WirtschaftsWoche an, die Tochter DA Direkt - die Nummer sieben auf dem deutschen Markt - im Spätsommer in Zurich Connect umzubenennen."

Die Zurich fährt gleich mehrgleisig:
Neben dem Normaltarif Optimal und dem "Direktversicherer" Connect wird auch der Tarif Ideal angeboten, von welchem die Zurich selbst sagt: die günstigen Beiträge bedingen Einschränkungen z. B.

"Zu den schwachen Billigangeboten zählt erstaunlicherweise auch der ECO-Tarif des ADAC (Versicherer: Zurich).
Warum sich ausgerechnet eine Verbraucherschutzorganisation¹) für Autofahrer mit einem Angebot auf den Markt wagt, das nur 50 Millionen Euro Deckung bietet, verschärfte Rückstufung bei Schäden androht und nichteinmal grobe Fahrlässigkeit einschließt, bleibt unverständlich".    (aus FOCUS Heft 45/09 S. 168)

¹) Sicherlich ist der ADAC keine Verbraucherschutzorganisation, da muß der Verfasser des FOCUS-Artikels etwas verwechseln. Der ADAC betreibt neben seinem Club ein sehr umfangreiches Gewerbe, dazu gehört auch die Versicherungsvermittlung.

Als Vorteile der Direktversicherer werden oft die entfallenden Vertriebskosten genannt, die zu einer günstigeren Tarifkalkulation beitragen sollen.

Wer die Kosten für Fernseh- und Radiowerbung oder großflächiger Anzeigen kennt, kann sich leicht vorstellen, dass die Einsparungen wohl kaum mit den ersparten Abschlusskosten erzielt werden. Provisionen werden lediglich für tatsächlich vermittelte Verträge gezahlt!

Die notwendigen Einsparungen sind wohl eher in einer rigorosen Risikoauswahl, kleinlicher Auslegung der Bedingungen im Schadensfall und mit eingeschränkten Leistungen zu erzielen.

Viele "Direktversicherer" erzielen ihre Einsparungen durch Nutzung der Resourcen der "Muttergesellschaft", die Rechnung zahlt der Kunde"normalo".

Auch Telefonverkäufer haben die Interessen ihres Arbeitgebers zu vertreten und dürfen nicht auf die Nachteile ihres Angebots hinweisen.

© 2002/2012 Georg Dickert, zuletzt aktualisiert: 06.02.2012
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